Unternehmen
Meilensteine der Farbglasfertigung der Familie Ullmann:
1892 bis 1913
Johann Gottlieb Schneider, Hüttenherr in Hoffnungsthal in Böhmen und Carlsthal in Niederschlesien, fertigt für die berühmte Jugendstilhütte „LÖTZ“ in Klostermühle im Böhmerwald - in der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie - neben Fertigware auch Farbpuder und Farbkrösel.
1932 bis 1944
Otto Ullmann, Oberschmelzer der Firma „JOSEF RIEDEL“ in Unterpolaun im Sudetenland, zeichnet verantwortlich für die Ersterschmelzung neuer Farbgläser in folgenden Riedel-Hütten:
- Stephansruh: Farbstangen
- Unterpolaun: Hohl- und Pressglas
- Dessendorf: Massiv- und Hohlstengel
- Röhrsdorf: Sonnen- und Schweißerschutzgläser
In der Hütte in Röhrsdorf entwickelt er die Schmelztechnik für das von Prof. Dr. Weidert erfundene – damals kriegswichtige - Neodymglas „NEOPHAN“.
1947 bis 1949
Nach der Enteignung und Vertreibung aus dem Sudetenland beteiligt sich Otto Ullmann an der Errichtung der „LINZER OPTISCHEN GLASWERKE“ in Österreich. Mit Arbeitsbeginn ist er verantwortlich für die Schmelze der Sonnenschutzfarbgläser.
1950 bis 1954
Otto Ullmann, nach seiner Auswanderung nach Argentinien Technischer Direktor der Hohlglashütte „BOHEMIA GLASS ARGENTINA SRL“ in Santo Tomé, Provinz Santa Fé und sein Sohn und Stellvertreter Hubertus testen in mehr als eintausend Probeschmelzen südamerikanische Rohstoffe und Mineralien für den Eigenverbrauch der erstmals in Argentinien geschmolzenen Massiv- und Überfangfarbgläser.
1957 bis 1976
Hubertus Ullmann, Hüttenherr auf „CRISTALERIA QUERANDI SA“ in Lomas de Zamora, einem Vorort von Buenos Aires, entwickelt den Familienbetrieb zur führenden Farbglashütte Amerikas. Unter anderem testet er im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der argentinischen Atomenergiebehörde die Neutralisierung strahlenden Abfalls in Glas. Gleichzeitig schmilzt er das bekannte „Annagelb“ unter Verwendung von inländischem „Yellow Cake“ anstelle von Uranoxyd und erfindet zwei neue Uranfarben: „Rosanil“ und „Braunil“.
1978 bis 1982
Hubertus Ullmann, jetzt Hüttenherr der „HUBERTUSHÜTTE“ in Osterhofen/Niederbayern, schmilzt, neben den Hauptprodukten Voll- und Hochbleikristall, farbige Lötgläser für isolierende, vakuumdichte, elektrische Durchführungen.
1982 bis 1990
Norbert Ullmann vermarktet weltweit über seine Firma „ULLMANNGLASS“ u.a. Farbglasprodukte für die Heißveredlung von Glas. Diese werden zunächst im argentinischen Familienbetrieb „Cristalería Querandí SA“ geschmolzen, später über die „verlängerte Werkbank“ in Europa. 1984 führt er die Herstellung und Vermarktung von Überfangtrichtern ein.
Hubertus Ullmann ist Berater von „Ullmannglass“, später auch von „OPTUL“ und „OPTUL Spezialglas GmbH“.
1990
Die Einzelfirma „OPTUL – SIEGLINDE ULLMANN“ übernimmt von „Ullmannglass“ die Veredelung und den Verkauf von „Ullmanncolours“ und weitet das Angebot auf Farbgläser für die Flachglasverschmelzung (fusing) und Pâte de Verre aus.
1994
„OPTUL“ beginnt mit dem Verkauf der von Hubertus Ullmann entwickelten und zunächst in Argentinien geschmolzenen, mit Floatglas verschmelzbaren Farbgläser.
1997
Ursula (Uschi) Ullmann, ausgebildete Glasgestalterin, beendet ihre Tätigkeit als selbstständige Studioglasbläserin. Sie beteiligt sich an der Einzelfirma „OPTUL“ und führt neue, bleifreie Farben für die Verschmelzung mit Floatglas ein.
2000
Die Einzelfirma „OPTUL- Sieglinde Ullmann“ wird zur „OPTUL SPEZIALGLAS GmbH“ umgewandelt. Sieglinde und Ursula Ullmann sind teilhabende Geschäftsführerinnen.


